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Schnelles Internet – wer braucht wirklich 10 Gbit/s?

Fast alle Schweizer Internetanbieter locken mit Geschwindigkeiten von 10 Gbit/s beim Anschluss zu Hause. Dabei braucht heute fast niemand solche Übertragungsraten. Doch es gibt eine Ausnahme.

Was bedeutet eine Internetgeschwindigkeit von 10 Gbit/s?

Wie schnell eine Internetverbindung ist, wird mit der Datenübertragungsrate (auch Bandbreite) gemessen. Diese gibt an, wie viele Daten der Internetanschluss übertragen kann. Die Masseinheit ist «Bit pro Sekunde». Eine Internetgeschwindigkeit von 10 Gbit/s kann demnach 10’000’000’000 Bit pro Sekunde übertragen.

Aber Achtung: Die Grösse einer Datei wird in Byte angegeben (z. B. ein Handyfoto mit 5 MB, also 5 Millionen Byte). Bit ist also nicht gleich Byte. Ein Byte besteht aus 8 Bit. Die Rechnung, wie schnell Sie eine gewisse Datei mit einer Internetverbindung von 10 Gbit/s übertragen können, ist also nicht ganz einfach. So kann zum Beispiel eine Internetverbindung mit 8 Gbit/s Geschwindigkeit 1 GB Daten pro Sekunde übertragen.

Neon-Tachometer mit blauen und roten Lichtspuren, Symbol für schnelle digitale Datenübertragung und Geschwindigkeit.

Was kann ich mit einer Internetverbindung von 10 Gbit/s machen?

Es gibt wenige Aktivitäten im Internet, bei denen sich eine Geschwindigkeit von 10 Gbit/s lohnt. Für das Streaming eines 4K-Films empfiehlt beispielsweise Netflix einen Internetanschluss von mindestens 25 Mbit/s. Besser sind 50 Mbit/s, damit noch etwas Reserve in der Leitung ist. Aber selbst dann müssten Sie 200 4K-Filme gleichzeitig streamen, um die Verbindung auszulasten.

Etwas anders sieht es aus, wenn Sie im Homeoffice grosse Datenmengen hoch- oder runterladen müssen. Zum Beispiel, weil Sie umfangreiche Videos bearbeiten oder grosse Software-Pakete verschicken.

Hier gilt: je schneller das Internet, desto schneller die Arbeit. 1 Gbit/s reicht jedoch völlig.

Lohnt sich 10-Gbit/s-Internet fürs Gaming?

Wer Online-Spiele zockt, kommt mit einer Bandbreite von 100 Mbit/s sehr gut aus. Ebenso wichtig ist die Latenz – in der Szene «Ping» genannt. Das ist die Zeit, die es benötigt, bis eine Spieleingabe (z. B. Springen) auf dem Gaming-Server ankommt. Häufig kann man die Ping direkt im Game nachschau-en. Massgeblich für die Latenz ist nicht nur die Internetgeschwindigkeit, sondern auch die physische Distanz zum Server (oder zum Gegner).

Ob 10 Gbit/s oder weniger wird erst relevant, wenn Sie neue Games herunterladen oder Upgrades installieren möchten. Ein komplexes Spiel ist gerne mal 50 GB gross. Mit einem Internetanschluss von 100 Mbit/s dauert der Download mehr als eine Stunde. Mit 10 Gbit/s sind es 41 Sekunden. Für sehr ungeduldige Gamer könnte sich ein Anschluss mit 10 Gbit/s also lohnen. 

Aber Achtung: Aktuell gibt es keine Spielkonsolen, die über eine 10-Gbit/s-LAN-Schnittstelle verfügen. Gaming-Computer lassen sich in der Regel mit einer 10-Gbit/s-Netzwerkkarte aufrüsten.

Welche Voraussetzungen braucht ein Anschluss von 10 Gbit/s?

Damit Sie eine Internetverbindung von 10 Gbit/s nutzen können, benötigen Sie ei-nen Glasfaseranschluss. Und zwar nicht nur bis zum Haus, sondern bis zum Router.

Ausserdem muss ihr Fernseher, PC oder die Spielekonsole über ein LAN-Kabel mit dem Internet verbunden sein. Denn WLAN kann Datenraten von 10 Gbit/s gar nicht übertragen.

Und selbst mit LAN gilt: Sehr viele heutige Geräte sind gar nicht mit 10-Gbit/s-Netzwerkkarten ausge-rüstet. So schaffen gängige Fernseher, Gamekonsolen etc. maximal 1 Gbit/s.

Übrigens

Die technisch maximal nutzbare Geschwindigkeit bei Glasfaser beträgt 8 Gbit/s. Die Differenz wird benötigt, um die Qualität der Übertragung sicherzustellen. Wenn Sie die reale Geschwindigkeit Ihres Internets testen wollen, können Sie einen Speedtest machen.